Der Schwarze Schwan namens Corona

Wie die Unternehmen Kurs halten können

Wie die Unternehmen Kurs halten können

Schwarze Schwäne sind Dinge, Ereignisse und Entwicklungen, die wir nicht vorhersehen können, die plötzlich passieren. Sie haben enorme Auswirkungen auf die Welt, die Wirtschaft, die Entwicklung der Technik und unser persönliches Leben. Sie liegen außerhalb des Erwarteten und machen uns deshalb Angst. Der 11. September 2001 war so ein Schwarzer Schwan, die Lehman-Pleite und auch der Reaktorunfall in Fukushima. Der jüngste Schwarze Schwan heißt Corona und betrifft jeden Einzelnen ebenso wie jedes Unternehmen und die gesamte Wirtschaft.

Auswirkungen der Corona-Pandemie

Corona legt das öffentliche Leben lahm. Die internationalen Lieferketten geraten durcheinander, die Unternehmen haben hohe Umsatzeinbrüche zu verkraften. Eine aktuelle Umfrage des Ifo-Instituts unter 3.400 Firmen zeigt, dass bereits 56 Prozent unter den Corona-Folgen leiden, bei den Reiseveranstaltern und Reisebüros sind es bereits 96 Prozent. TUI hat seine Geschäfte ebenso eingestellt wie Flixbus. Im Gastgewerbe sind 79 Prozent stark betroffen. Freiberufler, Künstler und Event-Veranstalter stehen plötzlich ohne Engagements und Aufträge da. Auch die Industrie trifft es hart: 63 Prozent der Firmen klagen über fehlende  Vorprodukte, ausgefallene Dienstreisen und einen Rückgang der Nachfrage. Am stärksten betroffen sind die Elektroindustrie, der Maschinen- und Anlagenbau sowie die Möbelindustrie und die Chemiebranche.

Geld alleine wird’s nicht richten

Die Bundesregierung hat angekündigt, den von der Corona-Pandemie betroffenen Unternehmen unter die Arme zu greifen. Die KfW-Bank soll den Unternehmen mit günstigen Krediten Liquidität verschaffen. Finanzminister Olaf Scholz sagte, es gebe keine Grenze nach oben bei der Kreditsumme der KfW, es sei ausreichend Geld da. Beschäftigte sollen in der Krise durch öffentlich finanziertes Kurzarbeitergeld vor Arbeitslosigkeit geschützt werden. Doch selbst wenn wir davon ausgehen, dass die staatlichen Gelder rechtzeitig bei den Unternehmen ankommen, bleibt immer noch die Frage, wie die Unternehmen das Geld wieder zurückzahlen sollen und welche anderen Maßnahmen getroffen werden müssen. Außerdem weiß im Moment niemand, was noch kommt, wie lange der Ausnahmezustand andauern wird und wann die Talsohle erreicht ist.

Es ist beispielsweise nicht damit getan, die Mitarbeiter ins Home Office zu schicken, zumal in vielen Unternehmen jegliche Erfahrung mit dem Remote Office fehlt, um den richtigen Fokus zu halten. Man darf davon ausgehen, dass die Überlastung der IT zum Dauerzustand wird, wenn es erst einmal alle geschafft haben, vom heimischen Schreibtisch ins System zu kommen. Datenschutz und Datensicherheit werden Ressourcen binden, die man an anderer Stelle dringend braucht, zum Beispiel zur Entwicklung zukunftsfähiger digitaler Produkte und Geschäftsmodelle.

Den Schwarzen Schwan nutzen

Fakt ist, dass die Unternehmen in der aktuellen Situation ein professionelles Krisenmanagement brauchen. Essenziell dabei sind Kommunikation und ein Management, das mit sich schnell verändernden Prioritäten zurechtkommt, in kleinen Sprints die notwendigen Maßnahmen festlegen und in kurzer Zeit umsetzen kann. Darüber hinaus müssen jetzt schon Recovery-Programme geplant werden. Es müssen Antworten gefunden werden, wie es nach Corona weitergehen soll, was zu tun ist, damit das Geschäft ohne Probleme wieder anlaufen kann und wie neue Umsätze generiert werden können.

Das ist der Vorteil, den ich in diesem Schwarzen Schwan namens Corona sehe: Er verschafft uns die Zeit, uns intensiv mit unserer Zukunft zu befassen und in neuen Bahnen zu denken. Der Schwarze Schwan zeigt uns nämlich eines ganz deutlich: Wir halten uns an die Dinge, die wir kennen. Unsere Zukunftsplanung basiert prinzipiell auf der uns bekannten Vergangenheit. Wir schauen in den Rückspiegel statt nach vorne. Das schränkt uns ein. Passiert ein Schwarzer Schwan, konzentrieren wir uns darauf, den nächsten zu vermeiden. Verschwendung, denn einen Schwarzen Schwan kann man nicht vorhersagen. Aber wir können jetzt lernen, Schranken niederzureißen, Dinge auszuprobieren, neue Formen der Zusammenarbeit zu üben, Unabhängigkeit und Querdenken zu fördern, über die Best- und Worst-Case-Szenarien hinauszudenken. Genau das brauchen wir für den Erfolg in der digitalen Welt nach Corona.

Mar 18, 2020
Sascha Hackstein
Bild:
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