Echte Gefahren erkennen

Handlungsdruck kommt oft aus anderen Ecken

Handelskriege, der Brexit, zurückgehendes Wirtschaftswachstum in China – die Unternehmen sehen sich derzeit vielen Bedrohungen gegenüber. Aber die wirklichen Treiber für den Handlungsdruck kommen nur selten aus der Ecke, in der sie von den Unternehmen vermutet werden. Ein geschärfter Blick ist gefragt, um sich für eine schnelle, agile und globale Welt richtig aufzustellen.

Nehmen wir als Beispiel China: ein ernstzunehmender Markt. Im zweiten Quartal 2019 ist die chinesische Volkswirtschaft so langsam gewachsen wie seit 27 Jahren nicht mehr – „nur“ 6,2 Prozent. Mal ehrlich: Verglichen mit dem Wirtschaftswachstum in Deutschland und Europa sind 6,2 Prozent unglaublich. Trotzdem hat das große Zittern deutscher Exporteure begonnen. Sie sollten sich jedoch besser auf China als Konkurrenten im globalen Wettbewerb konzentrieren. Die Geschwindigkeit und die Aggressivität, mit der China bei Innovationen, Digitalisierung und KI vorangeht, stellt die tatsächliche Bedrohung dar. Statt über sinkende Exporte zu jammern, sollten sich die Unternehmen überlegen, wie sie sich im internationalen Wettbewerb behaupten und sich neue Ertragsströme erschließen. Auf die Politik darf dabei nicht gehofft werden, denn es gibt weder eine deutsche noch eine europäische Industriestrategie, die den Chinesen (und Amerikanern) etwas entgegensetzen könnte. Am Grundprinzip, nach dem die Märkte funktionieren, hat sich im Übrigen nichts geändert: Gekauft wird, was dem Käufer oder ihm und seinen Kunden Mehrwert bringt.

Zukunftsfähigkeit nicht verspielen

Wer sich die Digitalisierung zunutze macht, positioniert sich zukunftsfähig auf volatilen, schnelllebigen Märkten. Der Maschinenbau und die Zulieferer der Automobilindustrie beispielsweise sehen sich wachsenden Produktvarianten mit deutlich reduzierten Auftragsvorlaufzeiten und kürzeren Produktlebenszyklen gegenüber. Es geht einmal mehr um Flexibilität, Ressourceneffizienz und operative Exzellenz. Zugleich entstehen neue Dienste und Dienstleistungen, um die Wettbewerbsfähigkeit im Markt zu erhalten und sich gegen neue und bestehende Anbieter zu positionieren. Künftig wird nicht mehr das Produkt beziehungsweise die Einzelmaschine allein für den Erfolg entscheidend sein, sondern gekoppelt mit Dienstleistungen oder komplexen dienstleistungsintensiven Maschinensystemen. Immer ausgefeiltere Technologien wie Cloud-Dienste, RFID und Embedded Systems ermöglichen die Vernetzung von Systemen und die Kommunikation in Echtzeit. Dabei hängt die Geschwindigkeit der digitalen Transformation von den Innovationszyklen, der Investitionsbereitschaft und der Technologieakzeptanz der jeweiligen Branche ab.

Viele Unternehmen in der Industrie haben hier noch Nachholbedarf, obwohl die Vorteile durchgehender Integration und Vernetzung von Informationen gerade für ihre Wertschöpfungsprozesse auf der Hand liegen.

Ganzheitliche Strategie gewinnt

Es geht nur vordergründig darum, sich eine neue Strategie für den chinesischen Markt zu überlegen oder sich auf einen No-Deal-Brexit vorzubereiten. Viel wichtiger ist es, sich darüber klar zu werden, mit welchen Produkten, Services und Geschäftsfeldern man neue Kunden und Märkte erschließen und so neue Ertragsströme schaffen kann. Die Herausforderungen in China und anderswo zeigen, dass ein „weiter so“ nicht mehr ausreichend ist, sondern alles, mit dem man bisher erfolgreich war, auf den Prüfstand gehört.

Unternehmer und CEOs müssen wissen, was die Digitalisierung für die künftige Positionierung im Markt bedeutet und ob ihr Geschäftsmodell dafür noch tauglich ist. Nur Unternehmen, die sich schnell genug an die veränderten technologischen Rahmenbedingungen und veränderten Kundenanforderungen anpassen und ihr Führungsmodell überdenken, werden ihre führende Rolle im Markt behaupten können. Dabei sind eine Digitalstrategie und eine digitale Roadmap ebenso wichtig wie die richtige Mannschaft zur Umsetzung der Maßnahmen. Das Unternehmen muss festlegen, welchen „Fähigkeiten“ zur erfolgreichen Umsetzung der Geschäftsstrategie eine besondere Bedeutung zukommt.

Diese Fragen sollten Sie sich stellen:

  • Welche Fähigkeiten müssen im Unternehmen künftig vorhanden sein?
  • Welche Disziplinen müssen aufgebaut und weiterentwickelt werden?
  • Wie sehen die künftige digitale Strategie und Roadmaß aus?
  • Welche Prozesse und Systeme werden betroffen sein?
  • Welche ist die optimale Ablauf- und Aufbauorganisation?
  • Wie beherrschen wir wachsende Komplexität?
  • Wie hoch werden die Investitionen sein müssen?
  • Wie sieht das Arbeitsmodell in der neuen Welt aus?

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Sep 19, 2019
Sascha Hackstein
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