Start-ups kaufen – erst zusammenleben, dann heiraten

Professionelle Partnersuche statt Zufallsbekanntschaft

Start-ups und Etablierte: Den richtigen Partner finden

Der Start-up-Hype dauert an, aber es setzt auch Ernüchterung ein. Selbst Technologieinvestor und Softbank-Chef Masayoshi Son ist nach dem WeWork-Desaster in der Realität angekommen. Anfang 2019 war das Start-up noch mit 47 Milliarden Dollar bewertet worden, derzeit sind es nur noch zehn Milliarden Dollar. Son, der bisher eher euphorisch in Start-ups investierte und als„Investor mit den größten Schecks“ galt, sagte in einem Interview: „In letzter Zeit habe ich den Gründern gesagt, dass sie ihre Grenzen kennen müssen.“

In Deutschland ist der Start-up-Hype noch in vollem Gange: Nach den Konzernen hat auch der Mittelstand Start-ups für sich entdeckt. Laut einer aktuellen VDMA-Umfrage arbeitet zum Beispiel bereits über die Hälfte der Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus mit Start-ups zusammen. Lediglich 23 Prozent der KMU leisten sich jedoch ein eigenes Start-up Scouting. Das wird bestätigt durch die Studie „Mittelstand meets Startup 2018“, nach der 73 Prozent aller KMU die Kontaktaufnahme mit Start-ups dem Zufall überlassen. Diese Ergebnisse legen den Finger auf die Wunde: Wenn Kooperationen mit oder Käufe von Start-ups scheitern, liegt es meistens daran, dass die betreffenden Unternehmen das Projekt ohne Strategie angegangen sind, aber das ist unbedingt nötig. Nur so kann das Start-up dem Unternehmen nützen und umgekehrt.

 

Matchmaking durch professionellesStart-up Scouting 

Bevor man mit dem Scouting startet, sollte man die Suchfelder und Interessensgebiete des eigenen Unternehmens definieren und sich Gedanken darüber machen, was man sich vom Kauf oder der Zusammenarbeit mit einem Start-up erwartet. Start-ups können etablierten Unternehmen wertvolle Impulse geben. Neben der Reduzierung der Wahrscheinlichkeit, erfolgskritische Entwicklungen zu verpassen, erhalten Unternehmen Inspiration und Zugang zu

  • Technologie-, Produkt- und Serviceinnovationen,
  • hochqualifizierten Fachkräften,
  • potenziellen Unternehmensnachfolgern,
  • neuen Märkten,
  • Geschäftsmodellinnovationen und
  • neuen Arbeitsweisen und -methoden.

Durch professionelles Start-up Scouting überlässt man das Matchmaking nicht dem Zufall, sondern geht entlang der festgelegten Interessensgebiete gezielt auf die Suche. Dafür gibt es Datenbanken, Software,Veranstaltungen und Start-up Scouting Analysts. Sie  suchen weltweit die vielversprechendsten Tech-Start-ups in den Interessensgebieten der Unternehmen. Sind passende Start-ups ausgewählt, stellen sie sich im Unternehmen vor, damit dieses den oder die richtigen Partner auswählen kann. BerndtsonInterim kann den gesamten Prozess begleiten und die „Hochzeit“ vorbereiten.Wir strukturieren den Vorbereitungs- und den Auswahlprozess, entwickeln dafür die notwendigen Fragestellungen, gießen die Zusammenarbeit in Projekte und bringen sie in die Umsetzung.

 

Beziehungsmanagement nicht vergessen

Selbst wenn die Voraussetzungen bestens sind und alles geklärt ist, scheitern Kooperationen zwischen Start-ups und Unternehmen oder Start-up-Käufe – meistens an den Menschen und unterschiedlichen Kulturen. Kommunikation und gegenseitiger Respekt sind deshalb besonders wichtig. In diesem Zusammenhang sollten sich Unternehmen bereits vorab überlegen, wie sie die Zusammenarbeit mit einem Start-up den Mitarbeitern kommuniziert wird und wie weit die Mitarbeiter beteiligt werden. Auch wenn das Start-up außerhalb des Unternehmens angesiedelt wird, sollte der Kontakt nicht vermieden werden, denn zum einen wird das Start-up für seine Aufgaben eventuell das Know-how der Mitarbeiter brauchen. Zum anderen kann der Austausch nützlich sein, indem zum Beispiel neue Arbeits- und Innovationsmethoden ins Unternehmen getragen werden und sich dadurch das Mindset im Unternehmen ändert, hin zu mehr Offenheit undVeränderungsbereitschaft. Manche Mitarbeiter werden die Zusammenarbeit mit Misstrauen betrachten, weil sie um ihren Arbeitsplatz bangen oder Angst vor Veränderung haben oder keine Notwendigkeit sehen, gewachsene Strukturen oder Prozesse in Frage zu stellen. Umso wichtiger ist es, Zuständigkeiten klar zu regeln sowie einen Verantwortlichen und Botschafter zu bestellen, der dafür sorgt, dass die Zusammenarbeit in geregelten Bahnen läuft und eingreift, wenn es schwierig wird.

 

Die Erfahrung zeigt im Übrigen, dass die Kooperation mit einem Start-up meistens an zwei Punkten scheitert: Erstens, wenn sich Unternehmen und Start-up nicht mit gegenseitigem Respekt begegnen, sondern sich einer überlegen fühlt.  Zweitens, wenn versucht wird, das Start-up ins Unternehmen zu integrieren, denn dann verliert es seine Start-up-Kultur und kann seine Aufgabe nicht mehr erfüllen.

 

Tipp: Start-ups haben ebenfalls Erwartungen an eine Kooperation oder eine Beteiligung. KlärenSie vorab, dass die Zielbilder übereinstimmen.

Jan 23, 2020
Sascha Hackstein
Bild:
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